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Monolog und Dialog


Der Monolog - Werke aus Japan

Japanische Künstler/Innen reagierten spontan mit künstlerischen Arbeiten auf die Katastrophen vom 11. März 2011 in Japan. Auf die Anfrage aus Deutschland hin schickten sie per E-Mail digitale Daten ihrer Werke, die sie mit den Ereignissen jenes Katastrophentages assoziierten. Diese bilden damit die Basis des Projekts - den Monolog. Auf Fahnen gedruckt waren sie auf dem Vorplatz des Martineums ausgestellt. Einige japanische Künstler blieben stumm in diesem Monolog - sie konnten aufgrund ihrer persönlichen Situation nicht teilnehmen.

Zu den Werken der japanischen Künstler
► Zu den Bildern von der Eröffnung des Monologs


Deutsche Künstler im Dialog mit den japanischen Werken

Im Laufe der folgenden Wochen gingen deutsche Künstler/Innen mit eigenen Arbeiten einen Dialog mit den japanischen Werken ein. Die Ausstellung wurde so auf eine stille und eindringliche Art ergänzt. Installationen, Malerei, Film und Performance traten in den Gedankenaustausch mit den Werken des japanischen Monologs.

Zu den Bildern von der Eröffnung des Dialogs
Zum Video von Jobst von Berg
Zu den Bildern von der Butho-Performance

 

Eröffnungsrede zum Monolog von Noriko Aoki am 8. Mai 2011 in Breklum

Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich möchte Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung (to)break Willkommen heißen. Ich freue mich, dass Sie hier sind.

Mein Name ist Noriko Aoki. Ich komme aus Toyama in Japan und mache zurzeit ein Praktikum am Schloss Gottorf in Schleswig. Als die Katastrophe in Japan geschehen ist, war ich auch in Schleswig. Damals konnte ich nicht sofort denken, was ich machen soll. Ich habe auch ein wenig bereut, dass ich nicht in Japan bin, und nur durchs Internet oder Fernsehen die Nachrichten sehen kann. Aber nach einigen Tagen hebe ich gedacht, dass ich vielleicht etwas finden kann, was ich auch in Deutschland für Japan machen kann. Jetzt freue ich mich darüber, dass ich bei dem Projekt helfen konnte, und dass wir heute die erste Ausstellung des Projektes eröffnen können.

Die japanischen Künstler, deren Arbeiten bei dieser Ausstellung zu sehen sind, leben in verschiedenen Orten. Unter ihnen gibt es Künstler, die gar nicht weit weg von Fukushima wohnen. Die Situation dort ist derzeit, wie wir uns vorstellen können, sehr schwierig. Trotzdem gibt es Künstler, die nach der Katastrophe neue Arbeiten hergestellt und uns diese geschickt haben.
Während der Vorbereitung des Projektes habe ich mit ein paar der Künstler E-Mails ausgetauscht. Sie haben geschrieben, dass sie an dem Projekt teilnehmen, weil sie in Deutschland und weltweit mitteilen möchten, wie sie die Katastrophe erlebt haben, und was japanische Künstler denken.
Ein Künstler hat gesagt, dass die Unbarmherzigkeit der Natur am fürchterlichsten ist. Die Natur kann in einem Augenblick so furchtbare Katastrophe entstehen lassen. Aber für die Natur war es vielleicht ein kleines Niesen. Wir sollen nicht vergessen, dass wir in der Natur, die solche unglaubliche Kraft hat, leben.
Ein anderer Künstler hat geschrieben, dass sich jetzt eine unsichtbare Furcht vor der Radioaktivität verbreitet, und dass die Menschen in Fukushima mit Verleumdungen diskriminiert werden. Ich habe erfahren, dass Verleumdungen verbreitet werden, wie zum Beispiel, dass man von Kindern in Fukushima mit Radioaktivität angesteckt wird, oder dass man keine Frauen aus Fukushima heiraten soll. Die Menschen aus Fukushima sind psychisch verwundet.

Ich hoffe, dass die Menschen in Deutschland durch das Projekt mehr auf Japan aufmerksam gemacht werden.
Und ich hoffe, dass die Menschen in Japan von diesem japanisch-deutsch Projekt erfahren, und dass sie erfahren, dass viele Menschen in Deutschland Anteil an ihrer Situation nehmen.

Ich bedanke mich bei Herrn Joachim Mocka dafür, dass er das Projekt geplant hat und das weitere Projekt der deutschen Künstler organisiert.
Ich bedanke mich bei Frau Isabel Sonnenschein dafür, dass sie sich mit Texten für das Handout und die Homepage beschäftigt hat.
Und ich bedanke mich bei Herrn Friedmann Magaard dafür, dass er diesen schönen Platz für das Projekt bereitgestellt hat.

Zum Schluss möchte ich mich gern auf Japanisch nochmal bei Ihnen herzlich bedanken.

本日はお越しいただきまして、本当にありがとうございました。どうか、日本の人々の思い、ドイツの人々の思いが互いに伝わり合いますように。

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

Projektskizzen


 
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Der Frühling fängt an
Und von neuem kehrt Dummheit
auf Dummheit zurück.

Issa* (1763–1827)

*Kobayashi Yataro, japanischer Haiku-Meister, war Sohn eines armen Bergbauern. Nach schwerer Jugend wurde er Schüler eines Haiku-Meisters. Als Mönch auf mehrjähriger Pilgerfahrt legte er sich den Namen Issa zu.